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Die richtigen Tipps Marktpanik bei Bitcoin und Co. ausnutzen: So navigiert man durch die Korrektur

Die letzten Tage waren nichts für schwache Nerven. Der Bitcoin-Kurs ist in sich zusammengesackt und Panikverkäufe haben in kurzer Zeit über eine halbe Billion US-Dollar an Kapital im Kryptomarkt vernichtet. Welche fünf Investment-Tipps in der aktuellen Marktphase zu beherzigen sind.

Sven Wagenknecht
 |  Lesezeit: 5 Minuten
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Kompass auf Landkarte.

Beitragsbild: Shutterstock

Der gesamte Finanzmarkt und insbesondere der Kryptomarkt sind seit Jahresanfang heftig unter Druck geraten. Die Korrelation zwischen Tech-Aktien und Kryptowährungen zeigt sich dabei mehr denn je, auch wenn Bitcoin und Co. nach wie vor über eine höhere Volatilität verfügen. Ein Trostpflaster für Krypto-Investoren: Mit einem Minus von rund 57 Prozent auf Jahressicht geht es dem ARK Innovation ETF von Star-Investorin Cathie Wood auch nicht besser als dem Krypto-Durchschnitt. Der Indexfonds steht vornehmlich für die Gattung der sogenannten Tech-Aktien.

Im 12-Monatschart steht auch der Kryptomarkt deutlich im Minus. So standen wir vorheriges Jahr, am 10. Mai 2021, bei 2,482 Milliarden US-Dollar Gesamtmarktkapitalisierung. Bei einem aktuellen Stand von rund 1,418 Billionen US-Dollar liegen wir damit bei einem 12-Monatsminus von 37 Prozent. Allerdings soll es in diesem Artikel nicht um Charttechnik gehen, sondern euch Tipps liefern, wie ihr die Marktlage für euch nutzt.

Tipp 1: Niemals zu 100 Prozent investiert sein

Viele Investoren dürften sich aktuell ärgern, dass sie mit ihrem gesamten Kapital investiert sind und nun keine freie Liquidität haben, um zu attraktiven Kursen nachzukaufen. Aus diesem Grund verfügen Profi-Investoren in der Regel auch immer über einen Cashbestand, der ihnen das Ausnutzen von Marktübertreibungen gen Süden ermöglicht. Entsprechend kann es im Kryptomarkt nicht schaden, auch immer etwas Kapital in Stablecoins wie Tether oder USDC zu halten.  

Tipp 2: Nicht nur auf Kursgewinne setzen

Anstatt immer nur auf steigende Kurse zu setzen, ergibt es auch Sinn, seine Rendite durch regelmäßige Zinseinkünfte zu erhöhen. Gerade der DeFi-Sektor bietet tolle Möglichkeiten, sein Vermögen vor der Inflation zu schützen. Staking und Lending sind gerade in Zeiten von Bärenmärkten dankbare Stabilisatoren für das Portfolio und können dazu beitragen, die entstandenen Kursverluste etwas zu schmälern.

Tipp 3: Ohne Handelsdisziplin klopft der Kuckuck an der Tür

Gerade Anfänger neigen dazu, ihr Geschick im Trading zu überschätzen. Die gemachten Fehler kommen einem im Crash dann teuer zu stehen. Daher gilt: Nicht zu stark gehebelt handeln. Nur mit Geld traden, das man auch verlieren kann. Nur Kapital einsetzen, das man nicht für andere Verpflichtungen oder Anschaffungen zeitnah benötigt. Mag trivial klingen, wird dennoch von vielen Investoren und Tradern falsch missachtet.

Alternative zum All-In-Rambo-Modus: In Tranchen investieren beziehungsweise den Sparplan-Effekt ausnutzen. Insbesondere, wenn man wie aktuell befürchten muss, dass der Kursrutsch noch nicht vorbei ist, bietet es sich an, erstmal nur einen Teil der geplanten Anlagesumme zu investieren.

Tipp 4: Stimmungsbarometer ernst nehmen

Es ist eine der ältesten Börsenweisheiten, dass man verkaufen soll, wenn Partystimmung an den Börsen herrscht und kaufen soll, wenn die Panik um sich greift. Besonders gut veranschaulicht dies bei Bitcoin der Fear-and-Greed-Index. Dieser Sentiment-Index misst die Stimmung am Markt. Von “extreme Gier” bis “extreme Angst”. Aktuell stehen wir bei “extreme Angst”, was man im Sinne des antizyklischen Investierens als gutes Einstiegssignal werten kann. Besonders schön zeigt sich dies am Langzeitchart. Während die höheren Werte Gier signalisieren, signalisieren die unteren Werte Angst. Die Vergangenheit hat dabei gezeigt, dass sich die Werte immer wieder der Mittellinie annähern. Wer dieses Prinzip verstanden hat, ist in puncto Timing den meisten Anlegern voraus.

Bitcoin Fear and Greed Index für die letzten 12 Monate, Quelle: alternative.me

Tipp 5: Die richtigen Fragen stellen

Losgelöst davon, ob man kaufen oder verkaufen möchte, sollte man immer, sofern man nicht Charttrading betreibt, die Frage nach dem fundamentalen Ausblick stellen. Ganz gleich, ob Tesla-Aktie, Silberbarren oder Bitcoin: wer jetzt in der Panik überlegt seine Assets zu verkaufen, der sollte sich überlegen, was sich fundamental Ausblick geändert hat.

Nur die wenigsten Investoren, die sich in den letzten Tagen von ihren Assets getrennt haben, können dies auch wirklich begründen. Die meisten verkaufen, weil die Kurse heruntergehen. Letzteres ist allerdings lediglich blinder Reaktionismus und offenbart, dass man bereits beim Kauf keine fundamentale Analyse durchgeführt hat. Um sich derartige Fragen nicht erst in einer Korrektur zu stellen, kann es sich lohnen sein Portfolio regelmäßig einem Check zu unterstellen, an welchen Positionen man festhalten möchte und von welchen man sich trennt. Dies kann helfen, in volatilen Märkten wie aktuell, die Ruhe zu bewahren.

Dieser Artikel spiegelt lediglich die Meinung des Autors wider und stellt keine Investmentberatung dar.

Disclaimer

Dieser Artikel wurde bereits im Januar 2022 veröffentlicht. Für die erneute Veröffentlichung wurde er überprüft und entsprechend angepasst.

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