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Coin der Woche Dash Core Group ohne CEO und ohne Plan?

In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass der langjährige CEO Ryan Taylor zurücktritt. Wie es aussieht, haben die weniger Token-reichen Masternodes gegenüber schweren Walen durch ihren Zusammenschluss einen Sieg errungen. Denn, Taylors Position sorgte schon lange für ein Zerwürfnis in der Community.

Marlene Müller
 |  Lesezeit: 5 Minuten
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DASH Netzwerk

Beitragsbild: Shutterstock

Während der Kurs am 25. Februar 2021 noch auf etwa 206 US-Dollar notierte, verzeichnet der DASH-Coin zum Zeitpunkt des Schreibens einen Wert von knapp 89 US-Dollar. Die Grafiken zeigen, dass es sich dabei um keinen “Ausrutscher” handelt. In der vergangenen Woche wurde nun bekannt, dass der langjährige CEO der Dash Core Group, Ryan Taylor seinen Posten an der Spitze des Entwickler:innen-Teams räumt. War es das mit DASH und seinem Versprechen eines effizienteren Zahlungsmittels?

DASH, Kursverlauf in einem Jahr

DASH spaltete sich in zwei Seiten

Der Wechsel an der Führungsspitze sei tatsächlich nicht das Ende der digitalen Währung, sondern eher dessen Wiedergeburt. Das sagte ein Entwickler im Gespräch mit BTC-ECHO, der namentlich nicht genannt werden wollte. Generell sei die DASH-Anhängerschaft polarisiert.

Bislang standen auf der einen Seite die Personen, die in Ryan Taylor jemanden sahen, der DASH international bekannt machen sollte. Sie hießen die hohen Ausgaben in den Bereichen Business Developing und Marketing gut. Zudem befürworteten sie die Konzentration der DASH-Investments auf Venezuela.

Andererseits kritisieren DASH-Anhänger:innen, dass DASH den Development-Bereich aus den Augen verlor – finanziell und mit der Aufmerksamkeit. Der Unmut dieser Seite war groß. Man sprach davon, dass seit der Einstellung Taylors kein wirklicher Fortschritt mehr stattgefunden habe. Zudem hätte Taylor mehrfach Personen ohne Visionen eingestellt, die das Unternehmen häufig nach nur kurzer Zeit wieder verließen und keine ausreichende Kompetenz für ihre Bereiche gehabt hätten. Als 2021 klar wurde, dass das versprochene Update “Evolution” auch in diesem Jahr nicht kommen werde, begann das Feuer zu lodern. Taylor könne ohne Entwickler-Hintergrund keine Netzwerk-fördernden Maßnahmen treffen – Die Enttäuschung war riesig.

Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte

Ein Konflikt zwischen Vorstandsmitglied Mark Mason, verantwortlich für den PR-Bereich, und Ryan Taylor, der zu Beginn dieses Jahres öffentlich wird, bringt das Fass zum Überlaufen. Taylor hätte Mason ohne dessen Wissen und ohne das Einbeziehen der Community von Projekten “ferngehalten”. Mason wird jedoch über einen speziellen Fonds der Community für das Ausüben seiner Tätigkeit bezahlt.

In einer Online-AMA erklärt Taylor, dass er das nur zum Schutz des DASH-Netzwerks getan hätte. Nach Aussage Taylors hätte Mason nicht die Fähigkeit, zwischen “bestimmt” und “aggressiv” zu unterscheiden. Das hätte in der Vergangenheit bereits zu unprofessionellen Situationen mit Integrationspartner:innen geführt. Trotzdem ist das Vertrauen in Taylor, besonders bei seinen Kritikern, nun vollständig verloren.

DASH-Krimi mit Gamestop-Vibes

Um Nachfolgendes zu verstehen, muss man wissen, dass in den Abstimmungen Anträge unterschiedlicher Projekte und Entitäten auf die Finanzierung eingereicht werden. Die Dash Core Group, dessen Kopf Ryan Taylor war, gehört seit ihrer Gründung zu den Bewerber:innen und bekam seitdem immer einen Anteil für die Investition in die Entwicklung und den Aufbau des Netzwerks zugewiesen.

Als in der Nacht vom 21. auf den 22. Februar die allmonatlichen Abstimmungen zur Vergabe der Fonds-Anteile in der Dash-Community anstanden, kam es zum Höhepunkt der seit Monaten angestauten Verärgerung einzelner Entwickler:innen.

Es schien, als würden der Dash Core Group die Mittel entzogen werden. Denn, viele Entwickler:innen bekundeten offen, dass sie für “Nein” abstimmen würden, sofern Taylor nicht zurücktreten würde. Etwa sechs Stunden vor Auszählung der Stimmen stand es so schlecht für den damaligen CEO, dass er um seinen sofortigen Rücktritt als CEO und als Vorstandsmitglied bat.

Der Entwickler erklärt gegenüber BTC-ECHO was daran das Bemerkenswerte war:

An dieser Abstimmung beteiligten sich etwa 180 Masternode Owner und mehrere hundert Staker. Davon waren wenige sehr große Wale, etwa eine handvoll große Wale und der Rest der Abstimmenden setze sich aus vielen kleinen zusammen.

Meine Analyse hat ergeben, dass die großen Wale mehrheitlich ihre Stimme für den Antrag und somit das Verbleiben von Taylor in seiner Rolle als CEO stimmten. Die kleinen jedoch stimmten mehrheitlich für Nein und erreichten somit seinen Rücktritt. … Das spricht für eine gute Dezentralität im Netzwerk, trotzdem fast fünf Jahre lang der Wille dieser Gruppierung nicht berücksichtigt wurden

Ein anonymer Dash-Entwickler gegenüber BTC-ECHO

Was sind die nächsten Schritte?

Dem Entwickler zufolge, ist die Community über dieses Ergebnis erleichtert, aber zugleich gespannt, wie es nun mit dem dezentralen Projekt weitergehen soll. Zunächst müsse die Frage um den CEO geklärt werden. Dazu stünden drei Vorschläge stehen zur Auswahl.

Die einen fordern einen neuen CEO mit Entwickler-Hintergrund, die anderen möchten, dass Dash ohne Spitze bleibt und die letzte Gruppierung fordert, dass der aktuelle Chief Technology Officer die Leitung der Dash Core Group übernimmt.

Ein anonymer Dash-Entwickler gegenüber BTC-ECHO

Wer den neuen Posten letztlich besetzen wird, bleibt abzuwarten. Dann dürfte sich entscheiden, inwiefern die Trennung von Ryan Taylor tatsächlich eine gewinnbringende Idee war.

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