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"Das Geld war mein Sicherheitsnetz" So zerstörte der Terra-Crash das Leben von Kleininvestoren

Verlorene Altersvorsorgen, vernichtete Vermögen, verzweifelte Familien: Nach dem Absturz von Terra stehen viele Anleger vor dem Abgrund.

Giacomo Maihofer
 |  Lesezeit: 3 Minuten
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Terra

Beitragsbild: Shutterstock

Der Crash von Terra wird vor allem als eine Katastrophe für den Kryptomarkt wahrgenommen. Manche sprechen von einem gescheiterten Experiment, andere von einem Scam. Über 38 Milliarden US-Dollar wurden innerhalb einer Woche vernichtet. Doch laut BBC haben rund 250.000 Menschen in Terra investiert, viele davon in Südkorea – und große Summen. Der Crash ist somit auch eine menschliche Tragödie.

Ihre Ausmaße werden langsam sichtbar. In Medienberichten und den sozialen Medien teilen immer mehr Menschen ihr Schicksal. Ihr Leben wurde mit einem Schlag auf den Kopf gestellt. Familien brechen auseinander, Opfer werden depressiv, denken an Suizid. Einige schließen sich für eine Sammelklage gegen Do Kwon zusammen, den Gründer von Terra. Auch die südkoreanischen Behörden planen Schritte gegen ihn.

“Ich fühlte mich, als würde ich sterben”

Laut LKB & Partners seien viele geprellte Kryptoinvestoren durch den Crash verschuldet. Die Anwaltskanzlei führt eine Sammelklage gegen Terra mit über 1.700 Menschen. “Die meisten Investoren waren zwischen 30 und 40 und haben ihre Altersvorsorge verloren”, so Kim Hyun-kwon, ein Anwalt der Kanzlei.

Ein südkoreanischer Krypto-Streamer verlor fast eine Million US-Dollar, berichtet die BBC. Er klopfte bei Do Kwon an die Haustür, wollte ihn zur Rede stellen – und wurde von der Polizei abgeführt. “Ich fühlte mich, als würde ich sterben”, sagt er über den Moment des Crashs. Alle Hintergründe zum Terra (LUNA) Crash erfahrt ihr hier.

“Es war das Geld meiner ganzen Familie, angespart über Jahre”

“Ich bin eine alleinerziehende Mutter zweier Kinder aus der Ukraine. Das Geld war mein Sicherheitsnetz”, schreibt eine Frau in einem Statement an das Terra Research Forum, einer Terra-Analyseplattform. Über 100 Opfer des Crashs meldeten sich dort. Sie alle hatten ihr Vermögen in der populären DeFi-Plattform von Terra angelegt, Anchor. Sie versprach 20 Prozent Zinsen – und größtmögliche Sicherheit.

“Unsere eigene Währung ist durch den Krieg instabil. Ich wollte einfach Geld sparen”, erzählt die Ukrainerin. “Es war das meiner ganzen Familie, angespart über Jahre.” Nun habe sie Angst, dass sie nicht mehr für ihre Kinder sorgen kann. “Ich schäme mich, dass mir das passiert ist.”

Im Durchschnitt hätten die Opfer drei Jahre gebraucht, um ihr investiertes Vermögen anzusparen, heißt es in einer statistischen Auswertung vom Terra Research Forum, geteilt von einem Mitglied namens FatMan. Sie verloren es innerhalb einer Woche. Fast die Hälfte der Opfer, die sich gemeldet haben, kämpfe mit Suizidgedanken. Auf Reddit stand die Suicide Hotline zeitweise im Terra-Forum ganz oben.

Noch einige Tage vor dem Crash twitterte der Terra-Gründer, Do Kwon: “Ich liebe Chaos.”

Disclaimer: Kämpfen sie mit dunklen Gedanken? Holen Sie sich Hilfe. Sie erhalten rund um die Uhr psychologische Beratung unter der Hotline: 0800 1110111.

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