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Use Case, bitte! Mehr Potenzial als das Metaverse: Dieser NFT-Sektor wird am meisten unterschätzt

Der NFT-Sektor besteht aus mehreren Untersektoren, wie Gaming, Kunst, Musik, Communitys, Metaverse und so weiter. Doch welche Branche respektive welche Anwendung hat kurzfristig das größte Potenzial, in der Breite erfolgreich zu sein? Warum es für das Metaverse eher schlecht aussieht und warum die Musik- und Lifestyle-Branche unterschätzt wird.

Sven Wagenknecht
 |  Lesezeit: 4 Minuten
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NFT Collage

Beitragsbild: Shutterstock

Spotify, Universal, Meta, Coinbase, Twitter, Ebay, GameStop etc.: Die Liste an weltbekannten Unternehmen, die an NFT-Geschäftsmodellen arbeiten, ist riesig. Neue Marktplätze mit teils speziellem Branchen- oder Themenfokus, siehe GameStop, sorgen dabei für einen wichtigen Infrastrukturausbau. JPEG-Bildchen ohne Kontext, Story oder starkes Branding haben auf Marktplätzen wie OpenSea hingegen kaum noch eine Chance.

Marktplätze als Grundlage

Eine gut ausgebaute NFT-Marktplatz-Infrastruktur allein nützt wenig, wenn die auf den Marktplätzen zu erwerbenden virtuellen Güter keinen relevanten Anwendungsfall besitzen. An genau dieser Stelle beziehungsweise am anderen Ende greifen wiederum die größten Social-Media-Plattformen Meta und Twitter. Geht man nun davon aus, dass ausreichend Angebot vorhanden ist, dann steht einer großen NFT-Welle nichts mehr im Wege, oder?

NFT-Bilder sind nicht genug

Die wichtigste Frage ist: Besteht eine ausreichend große Nachfrage für das geschaffene Angebot. Diese ist schließlich in den letzten Wochen stark eingebrochen – das Handelsvolumen auf dem größten NFT-Marktplatz OpenSea ist seit Jahresbeginn um 76 Prozent zusammengefallen. Nur Profilbilder allein dürften nicht ausreichen, um die hohen Investitionen und teils hohen Bewertungen einzelner Plattformen wie eben OpenSea zu rechtfertigen.

Die Hoffnungen des NFT-Sektors liegen daher vor allem in der Ausdifferenzierung einzelner NFT-Branchen, die mehr als nur hippe Bildchen bieten. Der Erfolg hängt also von Communitys wie dem Bored Ape Yacht Club (BAYC), von Gaming-Schmieden wie Activision, von Blockchain-Spielen wie Axie Infinity, von Metaverse-Projekten wie The Sandbox und Decentraland oder von Kunst- sowie Lifestyle-Plattformen wie Spotify ab. Schaffen diese es, in den nächsten Monaten neue Nachfrage durch neue Innovationen zu generieren, dann könnte es mit der nachhaltigen Wertschöpfung funktionieren. Wenn nicht, dann drohen transaktionsarme NFT-Plattformen, an der die dahinterstehenden Unternehmen und Investoren schnell das Interesse verlieren.

Musik: Der am meisten unterschätzte NFT-Sektor

Damit die sektorspezifische NFT-Etablierung funktionieren kann, braucht es ein Ökosystem mit den relevantesten Playern der jeweiligen Branche. Vor allem aber müssen die Anwendungsfälle einfach umsetzbar sein und in der Breite schnell skalieren. Im Musiksektor trifft man auf diese Voraussetzungen eher als bei anderen NFT-Sektoren. Das größte Plattenlabel der Welt, Universal Music, als auch die größte Musik-Streamingplattform der Welt, Spotify, investieren beide viel Zeit und Geld in NFT-Geschäftsmodelle. Auch andere Musik-Akteure wie Warner Music oder die Filesharing-Plattform Limewire planen in den NFT-Sektor vorzustoßen, teils mit eigenem NFT-Marktplatz.

Gleichzeitig gibt es kaum eine Branche mit mehr Reichweite in den sozialen Medien. Schließlich zählen zu den größten Instagram Accounts Musiker wie Beyoncé, Ariana Grande oder Taylor Swift, die allesamt zwischen 200 und 300 Millionen Follower auf der Plattform besitzen. Deren NFT-Promotion könnte sehr schnell für eine hohe Nachfrage sorgen, wie sie beispielsweise bei Metaverse NFTs nicht denkbar wäre.

Schließlich bietet die Musikbranche einfache Möglichkeiten, NFT-Anwendungsfälle zu generieren. Neben dem Sammleraspekt können auch konkrete Dienstleistungen, wie Zutritte zu exklusiven (Online-)Konzerten, exklusiven Chatgruppen beziehungsweise dem Aufbau ganzer Communitys zu einer enormen Wertschöpfung führen. Weder technologisch, noch regulatorisch gibt es für den Musiksektor größere Hürden. Ausgenommen die Perspektive, auch Musiklizenzeinnahmen via NFTs zu regeln, was für einige Künstler noch spannender sein dürfte, als die genannte Fan-Monetarisierung.

Luftschlösser im Metaverse

Die Aspekte, die für eine schnelle NFT-Etablierung in der Musikbranche sprechen, sprechen gleichzeitig gegen NFTs im Metaverse. Während fast jeder Mensch Musik konsumiert, verbringt kaum jemand Zeit im Metaverse. Gerade einmal 30.000 aktive Nutzer kann The Sandbox pro Monat für sich verbuchen. Dabei ist die Metaverse Blockchain mit einer Marktkapitalisierung von rund 3,5 Milliarden US-Dollar führend in der Branche.

Mit einer Nutzung in der Breite hat dies nichts zu tun. Vielmehr mit einer elitären Image- und Marketingplattform, auf der Konzerne nutzlose Wahrzeichen erbauen, um anschließend eine Pressemitteilung veröffentlichen zu können, dass auch sie nun im Metaverse sind.

Langfristig mag das Potenzial des Metaverse zweifelsfrei gigantisch sein, kurz- bis mittelfristig wird es aber überschätzt. Nach wie vor stellt man sich die Frage, warum man längere Zeit in den aktuellen Metaversen verbringen möchte? Test-Rundläufe und NFT-Spekulation mal ausgenommen.

Es mangelt an grundlegenden Ökosystem-Aspekten sowie Nutzerfreundlichkeit. Wer also auf echte und nachhaltige Anwendungsfälle setzt, ist mit der vergleichsweise simpel gestrickten Musik- und Lifestyle-Branche besser bedient. Auch die Ankündigung, dass nun die Entwickler hinter dem Bored Ape Yacht Club ebenfalls ein Metaverse erbauen wollen, macht diese Aussichten nicht besser.

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